Ungern nach Ungarn

Armes Ungarn! Niemand will wirklich dort leben – sondern man geht dort höchstens während einer Flucht hin. Die DDR-Bürger wollten dort nicht bleiben, die Kriegsflüchtlinge wollen dort nicht bleiben, Arbeitslose wollen dort nicht bleiben, Steuerflüchtlinge zieht es auch nicht dorthin …. Da kann man schon verstehen, dass Staatschef Orban eingeschnappt ist und gekränkt. Und dass er jetzt wie ein trotziges Kind aufstampft und sagt: Wenn sowieso keiner freiwillig in Ungarn bleiben will, dann braucht überhaupt erst gar keiner zu kommen.
Die nächste Etappe wird sein, dass auch die eigene Bevölkerung nicht mehr fliehen darf. Man sagt es Orbans Ungarn nur ungern, aber: Onkel Erich lässt grüssen!

And the Winner is …

Er ist einer der Avengers, einer der Superheroes: er ist blond, ein Halbgott, er ist bald US-Präsident:
Er ist THOR, er ist TRUMP mit dem Hammer!

Gut deutsche Verwaltungsprinzipien

Wer sich nicht selbst ausweisen kann, der wird ausgewiesen.
Wenn er sich aber selbst ausweist, dann wird er zwar nicht ausgewiesen, aber er hat sich ja selbst ausgewiesen und ist draussen!
Die germanische Verwaltungsarbeit ist von alters her erprobt. Klassisch ist der Hexenbeweis im Mittelalter: Man nehme eine Verdächtige, fessle sie und werfe sie ins Wasser. Wenn sie untergeht, so ist das der Beweis, dass sie keine Hexe war. Wenn sie aber nicht untergeht, so ist sie eine Hexe und sie wird verbrannt. Jedenfalls ist das Resultat des Verwaltungsaktes immer das selbe, ob Hexe oder nicht: der Tod.

Zurück mit dem SOLI !

Ja, der Soli, der Solidaritätszuschlag für Ostdeutschland, er soll wieder zurück – zurückgefordert werden. Denn er hat nichts genützt. Es gibt “drieb’n” keine Solidarität. Auch nach über 25 Jahren nicht. Es gibt dort keine Solidarität, also war der Soli eine einzige Fehlinvestition und die Investoren sollten ihr Geld zurückfordern. Ein paar schön gestrichene und getünchte Fassaden wie in der Altstadt von Dresden, Leipzig, Quedlinburg, Braunau, Hoyerswerda, Niederpösnitz etc: das ist ja ganz hübsch anzusehen. Aber halt nur ein Fassadenanstrich. Das Geld ist anderswo besser angelegt als im Anstreicher- und Malergeschäft. Ausserdem weiss man ja, was ein mässig talentierter, erfolgloser Maler, selbst wenn der im Osten wieder eine Renaissance erlebt, was so ein Anstreicher alles angerichtet hat. Ohne den hätte man Dresden überhaupt nicht wieder aufbauen müssen! Ohne den wäre so ein Soli gar nie nötig gewesen. Da schliesst sich wieder der Kreis: es war für die Katz’!

Nach unserem Dichterfürsten : Wer reitet so spät

Wer reitet so spät durch Sand und Sturm?
Es ist ein Syrer, gequält wie ein Wurm!
Er blutet, voll Panik, überall lauert nur Tod!
Er versucht zu entkommen, vor ihm liegt ein Flüchtlingsboot.

Mein Syrer, was verziehst Du so bang Dein Gesicht?
Siehst Du, Europäer, die Bomben denn nicht?
Die Bomben, Granaten, Raketenschweif?
Mein Syrer, ich kenn’s noch aus Büchern, es ist ein Nebelschweif!

“Du lieber Syrer, komm geh’ mit mir! Gar grausame Spiele spiel ich mit Dir!
Erst verkauf ich allen Bomben, und ich sahne dadurch ab,
und dann tu ich entrüstet über das Mittelmeer-Massengrab!”

Mein Europäer, mein Deutscher – und hörest Du nicht,
was Killer und Helfer, was die Geldgier verspricht?

“Mein Syrer, mich reizt Erdöl in jeder Gestalt!
Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt!”

Mein Europäer, mein Deutscher, jetzt fasst er mich an –
die Geldgier hat mir ein Leids getan!

Ein paar Gutmenschen grausets, die UNO mahnt geschwindt,
und man fragt sich wo Mut und wo Ehrlichkeit sind –
der Syrer erreicht die Grenze mit Müh und Not –
er bleibt im Stacheldraht hängen und über Nacht ist er tot.

Deutsches Liedgut nach “Wenn ich ein Vöglein wär’ “

Wenn ich ein Flüchtling wär,
und noch zwei Beine hätt’,
flöh ich zu Dir!

Wenn ich nicht sterben will,
darf ich nicht halten still,
sondern muss weg!

Wenn auch Du leben willst,
würdest Du’s auch so tun,
nimm’s mir nicht krumm!

Wenn Du mir helfen kannst,
dass Du es dann auch tust,
bringt Dich nicht um!
Im Gegenteil.

Deutsches Liedgut nach “Kommt ein Vogel geflogen”

Kommt ein Flüchtling geflohen,
setzt sich nieder auf mein’ Fuss,
muss er erst sich aus-weisen,
weil er sonst wieder fliegen muss.

Kann er sich nicht ausweisen,
spricht er nicht mal meine Sprach’,
ist er krank und auch hungrig,
dann ist das nicht meine Sach’.

Ist er Opfer von Bomben,
wird gefoltert er dazu,
kann ich eh nie allen helfen,
also lass mir meine Ruh.

Denn auch mir hilft niemals einer,
in dem deutschen Chrstenland,
auch unser Herrgott hilft nur denen,
die keine Hilfe brauchen, blond und blauäugig sind, in die Sozialversicherung einbezahlen, brave Christenmenschen sind usw, auch wenn es sich nicht zusammenreimt.

2019 Fraischdaad Soxn un Fraischdod Bayern faainischn sisch

Jo mai, do missn’s holt zammarucka, die zwoa oanzig’n Freistoot’n wo’s noch gem tuat, domit der deutschn Kultur koan Schadn nicht entsteht.
Un nu meschdn mo zu diesem Zwegge vom übafremdedn Restdeuschlond unsere gelibte Mauer wieder zurig begomm. Ne wah! Zum Schudze von unsere lieben Heimot un Guldua.
Jo Sack Zement, des hon a I a g’sockt, un zwoar schon fur longi longi Zeit, host mi!
Nu, donn sin ma uns jo eenisch, ma miss’n uns eenischln!
Wos? Wos isn jetz a dees?
Jo nu, een-ischln holt! Den ondigabidalistschn un ondiflischtlingschen Schutzwoll zur Erholdung da Guldua und Greese des woren Daitschlond!
Do legst di nida! Jo genau!
Und ols Fohne da Faainischung von Sochsn und Bayern schlochn wir vor die Faainischung von de Spreewoldgurge mit dem bayerischen Waisswürstschn.
Jo sog a mol, jo spinnt dann dea jetz dodal! Weisswurscht hoast des! Un die is und bleibt des wos Bayerns Grösse ausmochn duat! I du mi do net mit maina Weisswurscht mit so oana Guarkn net vereinigen! Saubreiss, elendiger!
Nu, wir hon jazende long auf unsre Bonone vazischdn missn, mir riggn goinen Millimeder von unsere Spreewoldgurge ob!

(ANMERKUNG DER REDAKTION: DIE ÜBERMITTLUNG DES BEITRAGES RISS HIER ABRUPT AB)

Vom Segen des Syrienkrieges

Der Krieg in Syrien ist ein Segen! Endlich kommt die Weltwirtschaft wieder in Schwung. Die Rüstungsindustrie schafft Arbeitsplätze. Europa und Nordamerika werden endlich wieder ernst genommen und gebraucht als Spitzenreiter der High-Tec. Weltfinanzkrise und Wirtschaftskrise werden durch den Krieg in Syrien wieder ins Lot gebracht. Uff! Es erholt sich doch schliesslich wieder alles. Also im Westen. Also in der Wirtschaft. Im Westen. Der Syrienkrieg läuft parallel zur Gesundung der Weltwirtschaft. Das kann kein Zufall sein. Und es belegt unsere Industriedoktrin: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Jeder weiss, dass grenzenloses Wachstum physikalisch unmöglich ist, sonst würde der Globus ja irgendwann mal platzen wie ein Luftballon. Der Globus platzt aber nicht, weil immer irgendwo Luft abgelassen wird, weil immer irgendwo auch Zerstörug ist – damit es andernorts wieder wachsen kann. Und das ist die letzten paar Jahre der Syienkrieg – mit seinen lukrativen Nebeneffekten wie Terrorismus und Terrorismusbekämpfung, Kleinkriegen in Somalia, Eritäa, Libyen, usw. Und segensreich ist auch, man glaubt es kaum: die Instabilität. Aktienmärkte sind nie an stabilen Lagen interessiert, es muss auf und ab gehen, damit schnelles Verkaufen, Kaufen, Wiederverkaufen auch Gewinn bringt. Instabilität verschreckt die Schäflein, und sie sammeln sich um ihren starken Mann, ohne gross zu überlegen. Und das haben wir Syrien zu verdanken. Und wir können der syrischen Bevölkerung nicht genug danken, dass sie dieses Opfer für uns auf sich nimmt. Und danken wir auch den Supermächten, dass sie den Syrienkrieg nicht beenden, um unsrer kleine heile Welt zu erhalten.

Nicht nur Kohl

Nicht nur Kohl, auch anderen Polit-gesteinen ist es bisweilen gegeben, sich fettnäpfchenmässig auszudrücken. Ein Blick über den Rhein, zum französischen Staatspräsidenten zeigt dies. François H. hat 2015 einen satirischen Preis für seine verunglückten Aussprüche, seine “Hollanderies” erhalten. Unter anderem sagte der Präsident der Grande Nation: “Es gibt nichts Schlimmeres für einen Soldaten, der sowieso schon anonym ist, als auch noch namenlos zu sterben!” Oder eine Reisewarnung für seine Mitbürger, nicht in ein gewisses Krisengebiet zu reisen: “Ich warne alle Mitbürger, dorthin zu reisen, weil: das ist gefährlich!” Und noch ein Sahnehäubchen Hollandes: “Viele Mitbürger erwarten nichts mehr! Ich werde alles daran setzen, dass sie erhalten, was sie erwarten!”